Ein Gespräch mit H.C. Riss in seiner Sendung „Frisch zerrissen“ zum Leben des Autors. Vorabveröffentlichung. Geplant ist eine abendfüllende Biographie auf einer digitalen Briefmarke. Diese wird auf der Funkausstellung 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Herr Gruwe, im Vorfeld des Gesprächs möchte ich mich bedanken das Sie sich bereit erklärt haben, über ihr bisheriges Leben zusprechen.
Bitte sehr.
Bevor wir auf ihre Tätigkeit des Schreibens kommen, möchte ich für die Leser, die Sie bisher noch in keinem ihrer vielschichtigen Kunstbetätigung erleben durften, einen kurzen Abriss ihres Schaffens geben.
Bitte sehr.
Sie haben schon im zarten Kindesalter ihre Liebe zur Zeichnerei entdeckt.
Ja, ich war sechzehn und sie ein halbes Jahr älter. Ich glaube ihr Name war ...?
Man sagt Sie haben alles bemalt und bekritzelt was Ihnen in die Finger kam.
Ja, eines meiner gelungensten Werke war die Unterschrift meines Vaters auf einem Scheck der Sparkasse. Damals war ich halbzwölf. Diese Zeichnung brachte mir Zweihundert Mark ein. Das war damals viel Geld und MC-Donalds gab es da noch nicht einmal in Deutschland wo man sein Geld besser vernichten konnte als es einfach aus dem Fenster zuwerfen. Und außerdem wird man auch noch dick und fett dabei. Also warum nicht?
Da haben Sie Recht. Später griffen Sie zur Tinte. Ich meine sie begaben sich auf das Gebiet der Federzeichnungen.
So ist es.
Warum haben Sie diese Kunst aufgegeben?
Ich würde eher sagen eingeschränkt.
Ahh ja, dann Zeichnen Sie noch immer?
Nein, ich habe meine Zeichnungen in einen Schrank getan, da liegen sie noch heute.
Eingeschränkt! Ein Wortspiel!
Wie bitte?
Diese Anekdote bringt mich zur nächsten Frage.
Bitte sehr.
Herr Gruwe, Sie schreiben. Warum?
Hmm? Gute Frage. (Kratzt sich am Kinn)
Haben Sie eine Botschaft, eine Message, einem Bedürfnis folgend zurufen „hier bin ich?!“ Oder wollen Sie einfach nur Unterhalten?
Sind Sie wahnsinnig, Mann?! Mit solch einer Behauptung bringen Sie mich ja in Teufelsküche. Natürlich steckt hinter allem ein Sinn, eine Botschaft, eine Message, ein Bedürf...
Und seit wann verspüren Sie dieses Bedürfnis?
Seit ich als kleiner Junge zu heiß gebadet wurde.
Das ist einleuchtend. Und seitdem schreiben Sie.
Nein, seitdem meide ich zu heißes Badewasser. Ich Dusche sowieso lieber. Und seit Charles Bukowski in mein Leben getreten ist.
Ahh, das provokante Genie der Westküste. Interessant. Wie trat er in ihr Leben? Wo haben Sie sich getroffen.
Ich habe ihn vor zwei oder drei Jahren kennen gelernt.
Aber ist Mister Bukowski nicht schon seit ...?
Seit 1994 tot, ja.
Aber wie geht das? Sie haben ihn getroffen? Oder meinen Sie, Sie haben sein literarisches Werk kennen gelernt?
Nein, ich habe nie eine Zeile von ihm gelesen, ich habe mich geweigert. Erst als er in einer meiner Geschichten aufgetaucht ist, lernte ich ihn schätzen. Es war in einer ziemlich merkwürdigen Traumgeschichte. *
Ich verstehe.
Ich hoffe, denn die Beziehung zu Hank ist eine ganz besondere.
Hat er Sie so bei ihrem Schreiben beeinflusst?
Aber nein, ganz im Gegenteil, er hat mir geholfen nicht so zu schreiben und zu werden wie er.
Ein ziemlich starker Trinker?
Nein, nein, das war ich auch schon ohne ihn, nein, so ungemein gefühlvoll und sensibel.
Aber, Herr Gruwe, es gibt Stimmen in der Presse die beschreiben Sie genau so.
Ich kann Ihnen an dieser Stelle verraten dass dies eine kostspielige Meinung ist. Und ich habe nicht genug Geld auch alle anderen davon zu überzeugen.
Ich verstehe, ähh übrigens nehme ich Schecks nicht so gerne.

Hier endete das Interview vorerst. Das Gespräch wird wahrscheinlich am 23.10.2010 oder 2011 um 10´30Uhr fortgesetzt.
Vorausgesetzt der Autor verdient bis dahin genug Geld um den Interviewer zu bezahlen.

* „Die amerikanische Erinnerung“ (Auch noch nicht aus Geldmangel veröffentlicht!)


Pressestimmen:

„Einer der führenden Schriftsteller der naiven Literatur.“
(Hellertauer Stadtbote)

„Selten so gelacht“
(Anonymer Leserbrief in der Pekinger Volkszeitung)

„Gut.“
(Der Sehnerv, Zentralorgan des Verbands der deutschen Farbfernseher)

„Das wohl gemeinste, boshafteste und dabei zutiefst primitiv- sadomasochistische Kochbuch, das je geschrieben wurde!“
(Heim und Herd)

„Sie sollten mal das Tagebuch meiner Tante Else in die Finger bekommen. Meine Familiengeschichte müsste neu geschrieben werden.“
(Im Gespräch mit H.C. Riss in seiner Sendung „Frisch zerrissen“)

„Ich würde so etwas niemals freiwillig schreiben, wenn ich mich nicht selber dazu zwingen würde.“
(Beschreibung seines literarischen Werkes durch den Autor, auf die Frage eines Äußerst dubiosen Journalisten des Wangehochsalzacher Tageblatts)

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